Mit dem Trekkingrucksack nach Irland

So haben wir unser Wicklow-Way-Abenteuer geplant

Morgens standen wir noch am Hamburger Flughafen. Wenige Stunden später saßen wir mit zwei vollgepackten Trekkingrucksäcken im Bus Richtung Wicklow Mountains. Vor uns lagen fünf Tage Abenteuer, unzählige Höhenmeter und eine Frage, die uns zu diesem Zeitpunkt Kopfschmerzen bereitete: Wo würden wir heute Nacht eigentlich schlafen?

Doch bevor wir überhaupt den ersten Wanderschritt machten, begann unsere Reise schon viele Monate vorher – auf dem heimischen Sofa.

Wie wir überhaupt auf den Wicklow Way gekommen sind

Anfang des Jahres stand für uns fest: Der Sommerurlaub sollte ein Wander-Abenteuer werden. Wir wollten raus in die Natur, mehrere Tage am Stück wandern und alles, was wir brauchen, auf dem Rücken tragen.

Das Ziel? Stand zunächst überhaupt nicht fest.

Also begann ich, nach günstigen Flügen innerhalb Europas zu suchen. Irland landete ziemlich schnell in unserer engeren Auswahl. Je mehr wir recherchierten, desto häufiger stießen wir auf einen Namen, den wir vorher noch nie gehört hatten: Wicklow Way.

Ein Weitwanderweg, der praktisch direkt vor den Toren Dublins beginnt? Das klang fast zu schön, um wahr zu sein.

Natürlich landeten wir sofort bei Komoot, schauten uns den Streckenverlauf an und informierten uns über die beste Reisezeit. Wenige Tage später waren die Flüge gebucht – und plötzlich wurde aus einer Idee ein echtes Abenteuer.

Zwischen Vorfreude und Ausrüstungslisten

Mit jeder Woche stieg die Vorfreude.

Mein Partner schaute sich gefühlt jedes Video an, das es über den Wicklow Way auf YouTube gab. Vlogs, Drohnenaufnahmen, Tourenberichte – nichts blieb unentdeckt.

Ich dagegen ging einen etwas anderen Weg.

Ich wollte bewusst nicht zu viele Bilder sehen. Natürlich war ich neugierig, aber ich wollte die Landschaft nicht schon vorher durch einen Bildschirm erleben.

Während wir also unterschiedlich recherchierten, beschäftigten wir uns gemeinsam mit der Ausrüstung. Und immer wieder die Frage: Brauchen wir das wirklich oder schleppen wir es nur unnötig mit?

Für mich war es übrigens die erste richtige Trekkingtour. Im Jahr zuvor waren wir zwar schon ein paar Tage in Dänemark unterwegs gewesen, dort übernachteten wir allerdings immer nur für eine Nacht in Sheltern und fuhren anschließend mit dem Auto weiter. Diesmal sollte alles anders werden. Fünf Tage ausschließlich aus dem Wanderrucksack leben – ohne Auto, ohne Unterkunft, wenig Komfort.

Allein dieser Gedanke war gleichzeitig aufregend und ein kleines bisschen beängstigend. Werde ich das körperlich schaffen?

Generalprobe zwei Wochen vor dem Abflug

Etwa zwei Wochen vor unserer Reise packte ich meinen Rucksack probeweise.

Eine Entscheidung, für die ich heute unglaublich dankbar bin.

Dabei fiel mir nämlich auf, dass einer unserer Wasserfilter zwar funktionierte, aber viel zu groß und unhandlich für eine Trekkingtour war. Kurzerhand bestellte ich noch einen Katadyn-Wasserfilter. Die beste Entscheidung überhaupt 🙂

Der Filter war leicht, unkompliziert und wurde unterwegs zu einem echten Gamechanger. Manchmal lohnt es sich eben doch, kurz vor der Reise noch einmal umzudenken.

Mein treuer Begleiter war übrigens ein Osprey Kyte 38 in einem hellen Mintgrün. Während der gesamten Tour hat er mich kein einziges Mal im Stich gelassen. Das Tragesystem war für mich unglaublich angenehm – und gerade auf langen Etappen merkt man schnell, wie viel ein guter Rucksack ausmacht.

Der Weg nach Irland

Am 17. Juli war es dann so weit. Da unser Flug am nächsten Tag von Hamburg starten sollte, reisten wir bereits einen Tag vorher von Wilhelmshaven zu meinen Eltern nach Hamburg. So konnten wir entspannt in den Urlaub starten.

Nach einem ausgiebigen Frühstück brachte uns mein Papa am nächsten Vormittag zum Hamburger-Flughafen.

Am Check-in wurde schnell deutlich, dass man manchmal schon am Gepäck erkennt, wohin die Reise geht. Während sich an den Schaltern Richtung Mittelmeer Koffer mit Sonnenhüten und Strandtaschen stapelten, sahen wir erstaunlich viele Menschen mit Trekkingrucksäcken. Offenbar waren wir nicht die Einzigen, die statt Liegestuhl lieber Wanderstiefel eingepackt hatten.

Unser Flug hob pünktlich um 13:10 Uhr ab und dank der Zeitverschiebung landeten wir bereits um 14:10 Uhr in Dublin. Verrückt eigentlich – zwei Stunden fliegen und trotzdem scheinbar nur eine Stunde unterwegs.

Willkommen in Dublin – und mitten ins Großstadtchaos

Nach einer gefühlt endlosen Gepäckausgabe machten wir uns auf den Weg zum Expressbus in Richtung Innenstadt. Das funktionierte erstaunlich unkompliziert: Tickets direkt vor Ort kaufen, kontaktlos bezahlen und einsteigen.

Die Entspannung hielt allerdings nicht lange.

Mit zwei großen Trekkingrucksäcken durch Dublins Innenstadt zu laufen, war… sagen wir mal… sportlicher als gedacht.

Schmale Gehwege, unzählige Menschen, Linksverkehr und gefühlt jeder Zweite überquerte die Straße bei Rot. Dazu kam das zusätzliche Gepäck mit Kleidung für die Zeit nach der Wanderung, das wir zunächst in einem Stasher-Store einlagern wollten.

Als wir das zusätzliche Gepäck endlich abgegeben hatten, fühlten wir uns plötzlich zehn Kilo leichter – zumindest mental.

Der nächste Stopp führte uns zu Decathlon, direkt ums Eck. Eigentlich wollten wir dort nur schnell passende Gaskartuschen kaufen. Aber Natürlich waren genau die ausverkauft, die wir brauchten.

Ich weiß nicht, wie Decathlon das jedes Mal schafft, aber irgendwie fehlen dort ausgerechnet immer die Dinge, die auf meiner Einkaufsliste stehen.

Also liefen wir weiter zu einem Outdoorgeschäft, kauften dort unsere Gaskartuschen und konnten anschließend endlich den Bus Richtung Marley Park nehmen.

Der Start war zum Greifen nah

Mittlerweile war es bereits später Nachmittag.

Bevor wir zur eigentlichen Wanderung aufbrachen, legten wir noch einen kurzen Zwischenstopp beim Lidl ein. Wasser, ein paar Weingummis, fertige Wraps und Milchbrötchen mussten noch mit.

Eine Kleinigkeit brachte uns dabei zum Schmunzeln: In Irland fanden wir fast ausschließlich Zwei-Liter-Wasserflaschen. Eigentlich hatten wir auf die gewohnten 1,5-Liter-Flaschen gehofft – beim Trekking zählt schließlich jedes Gramm. Aber gut, es kann nicht immer alles nach Plan laufen.

Gegen 18 Uhr standen wir schließlich am Start des Wicklow Ways. Vor uns lagen geplante fünf Tage Abenteuer, jede Menge Höhenmeter und eine Frage, auf die wir noch keine Antwort hatten:

Wo würden wir heute eigentlich schlafen?

Fortsetzung folgt …